Einfach mal die die Klappe halten.

Es ist Winter …

nicht jeden aspekt am winter finde ich gigantisch. eigentlich mag ich es etwas wärmer, schon alleine, weil man die kinder nicht so dick anziehen muss. außerdem finde ich meine sommergaderobe sowas von viel lässiger und entwickelter als meinen winterkram. auch liebe, liebe ich meine malven, akelei, schlüsselblumen, lerchensporn, leimkräuter usw., aber: ich finde es auch mal mehr als angenehm und wohlverdient, geradezu notwendig, wenn nach etwa 9 monaten blütensensationen mal wirklich schicht im schacht ist. wenn mein garten und sein boden nichts gebären müssen. wenn einfach mal nichts ist. nichts, was ich verpassen kann. nichts was ich entdecken könnte. kein „oahhh. ich glaube die rosa glauca geht morgen auf und die „york and lancaster“ ist sogar schon geöffnet!“ inklusive freudentänze meinerseits. ich kann da schon sehr aufdrehen. und das gefühlt täglich vom winterling bis zur letzten am boden liegenden glockenblume im dezember. ich bin ewig jung, durchtrainiert und voller energie, wenn ich es mir so vorstelle 😉

überall in den sozialen medien sieht man jedoch erinnerungsbildchen an den sommer inklusive beschwörungformeln, dass es doch im nächsten sommer wieder so werden möge. man vermisse es jetzt bereits und es sei ja noch so lange hin … ferner winterblüher aus aller herren länder, sorten, die uns durchblühen lassen.

ich persönlich will davon nichts wissen. ich will, dass mein garten wie winter aussieht. wie winter in rhein-main, nicht wie winter in norddeutschland oder im schwarzwald. ich lebe hier. ich will meinen winter. aktuell bin ich hier verortet und die auseinandersetzung mit „meiner“ kulturlandschaft hat es mir hier heimisch werden lassen. ich empfinde mich als teil davon und hier blüht jetzt eigentlich nichts. klar, geschehen langsame fortschritte unter den laubschichten. aber darin voller sensationsgier rumzuwühlen ist doch irgendwie indiskret. der rasen ist gelb grün meliert, farne hängen rötlich-braun runter, blätter liegen auf den beeten, mein auge ruht auf den dingen, die vielleicht in den sonstigen monaten in den hintergrund treten. die borke der bäume, ihrem habitus, gebildet durch die immer feiner werdenden ästchen, die struktur der beete und staffagen, die stärker in den vordergrund tritt, die immergrünen sowie die gärten und häuser der nachbarschaft, bemoosung … alles in einer im vergleich zum sommer reduzierten farbpalette, die mir ruhe schenkt und welche ich wahrlich auch mal gut gebrauchen kann.

II

ausatmen … angenehm. wenn mal nichts ist. nichts neues. diese ruhe in der beständigkeit des anblicks. dem grauen himmel. den schmutzigen farben. dem fahlen geäst. keine sensation. nur mein weicher blick auf den garten, meinen freund, dem ich ebenso wie mir die momente der langsamkeit von herzen wünschen kann.


Wer mehr von mir lesen möchte und Bock hat, die coolsten Typen und Geschichten aus den Gärten dieser Welt kennenzulernen: Schaut mal rein auf meiner Seite GRUENESBLUT.NET, dem einzigen Magazin für Garteninterviews!

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