Lebensraum Flatwoods

Nachdem ich Henk Gerritsens Gartenmanifest gelesen hatte nahm ich mir vor, verschiedene Lebensräume auf meinem Blog vorzustellen und mich von selbigen inspirieren zu lassen. Einfach, um zu verstehen wie manche Pflanzen eigentlich gemeint sind. Dass ich diese im heimischen Grün nicht als bloßes Zitat der Gartenkultur verwende, sondern sie in ihrem natürlichen Umfeld und Kontext sehe und dementsprechend einsetzen kann.
Es wäre wahrscheinlich sinnvoller gewesen mit einem Lebensraum in unseren Gefilden zu starten, aber nun stelle ich doch etwas chaotisch eine Pflanzengemeinschaft vor, die mich auf meiner Reise begleitet… gibt ja quasi auch jede menge Pflanzen in den Tropen, die wir als Zimmerpflanzen verwenden… so drehe ich mir das also 😉

In den letzten Wochen habe ich mich hier in Floridas Penhandle in einer Flora aufgehalten, die als Flatwoods bezeichnet wird. Unverzichtbar zur Erhaltung dieses Lebensraums sind wiederkehrende Brände, ohne welche die charakteristischen Pflanzen, wie slash pine (Pinus elliottii), der Sandkiefer (Pinus clausa), gallberry (Ilex glabra), der Nationalpflanze Floridas, der Säbelpalme (Serenoa repens), die rot blühende coralbean (Erythrina herbacea) sowie Gräser (vornehmlich wiregras) gehören.
Wegen der starken Besiedlung kann man die Brände nach Blitzeinschlägen ja nun nicht mehr frei ihrer in diesem Fall Lebensgemeinschaft spendenden Kraft überlassen, so dass man in den State Parks etwa alle drei Jahren kontrolliert Feuer legt. Wie mir Rangerin Kathy vom T. H. Stone Memorial St. Joseph Peninsula State Park bestätigte, könnten erst durch den Stress der Hitzeeinwirkung die Kiefern ihre Zapfen öffnen und damit ihre Samen entlassen und sich gegen den Konkurrenzdruck behaupten und somit den Lebensraum erhalten.

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Blüte einer coralbean
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Säbelpalme mit Blütenstand
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Spanish bayonette (Yucca aloifolia), deren Frucht von den Ureinwohnern gegessen wurde, wie mir Kathy berichtete.
Was mich an diesem Landstrich gestalterisch reizt, so dass ich ihn euch vorstellen möchte, ist die Vermischung der Palmen als Unterpflanzung von Laubgehölzen mit den offenen Graslandschaften.
Hatte ich zuvor Palmen eher mit tropischen Landschaften und Blüten reichen Pflanzen wie Hibiskus, Dreimaster- oder Mittagsblumengewächsen usw. assoziiert, wirken sie hier in Kombination mit den immergrünen Bäumen und Sträuchern herrlich rau. Die Grasflächen lassen den Blick in die Ferne ziehen und geben dem Landschaftsbild Ruhe. Kiefern und Dünenlandschaften erinnern mich an die Küstenlandschaften des Baltikums und verquirlen sich hier in Florida mit tropischen Attributen zu einer für mich echt atemberaubenden Mischung.
Die aufstrebenden Kiefern und die Graslandschaften, also die Spannung aus Vertikale und Horizontale erinnert mich zudem an den Anspruch japanischer Gärten, eine ausgewogene Mischung aus eben diesen in der Planung zu berücksichtigen…

Vegetativ gesehen auf jeden Fall ein gelungener Auftakt für unsere Ostküstentour.

P.S.: Für die ein oder andere Pflanze habe ich leider keine Übersetzung gefunden und bin deshalb einfach beim englischen Namen geblieben.

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