Worum geht´s eigentlich?

 

Seit einem Praktikum beim National Trust ist es immer wieder die Praxis, die mich im Garten fasziniert… und irgendwie war ich mit dem Thema Gartendenkmalpflege auch durch. Keine Lust mehr zurück zu schauen. Vielleicht waren es meine Kinder, die mich den Spaß an der Gegenwart spüren ließen und Lust auf Zukunft machten, vielleicht hatte ich mich aber auch ein wenig statt gesehen an den vielen historischen Anlagen, die ich in den Jahren besuchte. Ich war, sorry Chef, visuell gelangweilt.

Und eines Tages sah ich ihn, den Garten, in der Gartenpraxis: Waltham Place! Ich war geflasht. Ich musste dahin… und ich fuhr hin und es war großartig. Kein geordnetes, braves Arrangement. Keine vorhersehbaren Abfolgen und pittoresken Ansichten. Wild und unkalkuliert schienen die Kräfte der Natur so unglaublich lässig durch die Pflanzflächen zu dringen. Und dann noch alles biologisch dynamisch…  Der Gartenkick war zurück. Solche Beete wollte ich auch in meinem Garten. In solchen Bildern wollte ich am liebsten täglich baden. Kurzum: ich hatte Witterung aufgenommen. Blackbox-Gardening war also eines der neuen Stichwörter… und Dutch Wave, der Schau- und Sichtungsgarten Hermannshof in Weinheim (Guten Tag Herr Schmidt, ist bei Ihnen vielleicht noch eine 30% Stelle frei?)… und Henk Gerritsen.
Etwas chaotisch beginne ich also mir thematisch einzuverleiben was zwischen Windeln und Nachtschichten geht und es sukzessive im eigenen Garten umzusetzen. Ich begann nach Bepflanzungsideen Ausschau zu halten sowie die Rolle des Gärtners, wie ich sie leben möchte, neu zu überdenken.Und es arbeitet immer noch in mir. Es ist soviel zu lernen und ich hab Bock drauf.
So wie ich Gerritsens Definition des Genius loci in seinem Gartenmanifest verstanden habe, halte ich nach Pflanzen und Pflanzenkombinationen Ausschau, die der meiner mich umgebenden Kulturlandschaft sowohl in Habitus als auch in ihren Ansprüchen nahe kommen und versuche sie in meinen Garten anzusiedeln, der als in die umgebenden Landschaft passend empfunden werden soll.

Mein Blog soll die Umstrukturierung meines Gartens, dessen Vorbilder ich außerhalb der Gärten – eben auf Freigang –  suche mit all seinen Irrungen und Wirrungen ganz frei Schnauze dokumentieren. Alles an Pflanzen soll gezielt oder ungebeten einziehen und bleiben darf wer sich meinem Gefühl nach verträgt.
Als Inspirationsquelle habe ich mich derzeit etwas in die Seitenstreifen der Autobahnen und Landstraßen verguckt. Eben die Landschaft, die mich weitgehend umgibt und die mich ohne großen Pflegeaufwand immer mehr begeistert. Hier habe ich vor einige Streifzüge zu unternehmen, so dass ich damit mehr als zufrieden sein werde, wenn man meinen Garten irgendwann als Autobahngarten bezeichnen kann.

Trotz meines Plans will ich an dieser Stelle dem interessierten Leser mein unstetes Wesen nicht verschweigen, das einen Plan auch gerne mal über den Haufen wirft. Wer weiß schon wohin mich dieses Experiment führe wird und gerne schließe ich mich Förster an, wenn er sagt: „Wer mit seinem Garten schon zufrieden ist, verdient ihn nicht.

 

2 thoughts on “Worum geht´s eigentlich?

  1. Liebe Anke, ich mag deinen Schreibtstil, und auch das Layout gefällt mir. Ich würde vielleicht den Blocksatz wählen, sieht immer etwas geordneter aus – aber vielleicht passt das ja auch gar nicht zu dir 😉
    An dieser Stelle wäre vielleicht das ein oder andere Foto deiner Garten-Vorbilder schön. Mich (und sicher auch andere) würde es interessieren, welcher Anblick dich so geflasht hat…
    Liebe Grüße!

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    1. hey nadine!

      oh, ich hätte liebend gerne ein foto von waltham place gezeigt. da das allerdings ein privater garten ist, war fotografieren nicht erlaubt. aber gerne googeln!!! da lassen sich ein paar fotos finden.
      der blocksatz hat nach der uni erstmal pause 🙂
      viele grüße in die heimat!

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